Gestern habe ich mit einem Freund über das Konkurrenzgefühl in Gruppen, das Gefühl sich beweisen zu müssen bzw. das negative Gefühl das jemand besser in $Thema ist als man selbst gesprochen. Dabei ist mir folgendes Aufgefallen:

Ich bin verdammt froh, dass die Chaos Events aber auch das Chaos an sich immer diverser werden und auch Leute mit ganz anderem Hintergrund diese für sich entdecken. Denn…

Das Chaos macht einiges schon deutlich besser als die Gesellschaft da draußen, aber wie sie das tut hat auch seine Probleme. Als ich selbst vor 10 Jahren dazu gekommen bin, und auch noch viele Jahre danach, hat man sehr regelmäßig den Satz “wer macht hat Recht” gehört. Das ist zwar weniger geworden, aber noch immer basiert die Wertschätzung einer Person darauf, was die Person gemacht hat bzw. kann. Ja, das ist besser als es daran fest zu machen wie eine Person aussieht oder ähnliches, aber am Ende ist es noch immer zutiefst problematisch.

Denn es führt zu absolut toxischen Gefühlen und darüber häufig zu ebenso problematischem Verhalten. Denn wenn man “wer macht hat Recht” zu Ende denkt, bedeutet es gleichzeitig “wer nicht machen kann oder nicht weiß wie” hat nie oder selten Recht. Das manifestiert die Machtstrukturen der “Platzhirsche”. Übrigens auch ein Grund warum Personenkult sehr problematisch ist.

Klar, man mag jetzt sagen, wenn jemand fragt, wird vieles häufig und auch mehr oder weniger nett erklärt. Aber so einfach ist es nicht, es schüchtert erst mal ein und macht eine Teilhabe schwierig. Gleichzeitig limitiert es aber auch den Horizont derer, die sich “auskennen”, denn so kommen nur selten wirklich neue Ideen und Lösungen für dringende Probleme zustande.

Dieses Schema führt aber noch in eine weitere Spirale die, vielleicht zum guten Teil, noch dramatischere Folge hat. Denn wenn ich nur bin was ich mache und kann, dann muss ich ja möglichst viel können und machen damit ich etwas Wert bin. Zum einen ist das garnicht gut für das Selbstwertgefühl, denn je mehr ich weiß, desto eher weiß ich auch, was ich nicht weiß und das ist in der Regel ziemlich viel. Gleichzeitig kann es aber auch dazu führen, dass wenn jemand neues in die Gruppe kommt und ich feststelle, dass diese Person auch viel kann und vielleicht sogar das gleiche wie ich, oder noch “schlimmer” in einem Bereich sogar mehr, dann gehe ich in eine Abwehrhaltung. Das schadet der Kooperation und vielem mehr. Noch schlimmer wird es, wenn ich, bewusst oder unbewusst, diese Person dann schlechter behandel. Also ihr zum Beispiel nicht helfe, Steine in den Weg lege oder oder oder. Und das alles nur, weil sie ja “mehr Wert” sein könnte als ich.

Das ist übrigens ein Problem das, sich zum Beispiel darin mainfestiert, dass weniger Frauen in der IT sind und noch weniger im Beförderungsspiel beachtung finden. Denn nur die wenigsten Herren wollen eine Frau mit besserer Qualifikation über sich sehen, wenn man mal so hirarchich und altmodisch denkt, wie es in vielen Firmen noch immer der Fall ist. Das mag nicht überall so sein, und trotzdem ist es über die IT hinaus ein zu beobachtender Effekt.

Der erste und vielleicht wichtigste Punkt ist es, diese Gefühle für sich zu erkennen, zu bennenen und sie sich auch einzugestehen. So unangenehm sie auch sind, denn nur dann kann ich daran etwas ändern.

Es ist eben wichtig zu erkennen das ich nicht weniger Wert bin, weil ich nicht alles kann (was am Rande zusammen schön zu Humankapital passt und eine mies kapitalistische Perspektive ist). Sondern dass mich viel mehr ausmacht als meine vielleicht messbaren Fähigkeiten. Denn mindestens genau so entscheidend für den Beitrag und ich wähle dieses Wort bewusst ist meine Erfahrung, meine Persönlichkeit, meine Wünsche, Sorgen, alles was mich ausmacht. Denn genau diese allumfassende Erfahrung ist es die für jeden Menschen unterschiedlich ist und eine neue Perspektive ermöglicht. Und genau diese ist es auch die den Vergleich über mehr oder weniger Wert hinfällig macht. Den selbst wenn ich sehr sehr viele Erfahrungen habe, heißt das nicht, dass diese mehr Wert sind in einer Situation als sehr wenige zu haben. Auch das kann manchmal ein Vorteil sein.

Denn und ich finde diesens Spruch sehr schön. Manchmal kennt man sich mit einem Thema nicht aus und geht entsprechend unbedarft an ein Thema ran und dann löst man es einfach, weil man nicht an den ganzen Erfahrungen hängt die uns genuso wie sie uns helfen auch in die Irre führen können.