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Was DNS über Dich verrät

Seit Längerem schon betreibe ich auf meinem Gateway im lokalen Netzwerk einen DNS Server, der mir Hostnamen wie example.com in IP-Adresse auflöst. Das hat viele Gründe. Einen davon möchte ich heute hier ansprechen: Datenschutz.

Erst einmal kommt einem die Frage in den Sinn, was DNS denn mit Datenschutz zu tun hat, es ist doch bloß eine Art Adressbuch. Vielleicht kommt man noch darauf, dass der Betreiber des DNS-Servers erfährt, welche Websites ihr aufruft, da er im Log theoretisch sehen kann welche Adressen von eurer IP aus aufgelöst werden. Aber die Wenigsten werden sich bei dieser Grafik etwas Schlimmes denken.

DNS Statistik

Aber wenn man jetzt diese Statistik etwas analysiert, kann man den kompletten Tagesablauf einer Person bzw. eines Kunden ablesen.
Ich habe das für meine Logs über einige Tage gemacht. Dabei raus gekommen ist das hier.

DNS Statistik (kommentiert)

Und obige Grafik zeigt sehr deutlich ein Datenschutz Problem. So sind zum Beispiel die Schlafphasen sehr einfach abzulesen und wann man tagsüber Arbeiten oder Studieren war. Aber auch Browser Neustarts, Recherchen [bei denen automatisch die Zahl der DNS Abfragen steigt (weil man viele verschiedene Websites aufruft)] und Zeiten in denen man zwar den Rechner anhat aber nicht oder nur wenig daran arbeitet lassen sich sehr genau ablesen. Zuletzt bleibt aber auch das morgendliche Abrufen der Mails vor der Arbeit nicht unbemerkt.

Wenn man all diese Daten betrachtet, kann man erkennen, dass es doch sehr einfach ist, mit nur einer einzelnen Datenquelle ein sehr genaues Profil über den täglichen Ablauf einer Person zu erstellen. Sollte man diese Daten noch mit anderen Informationen beispielsweise von einem Intelligenten Stromzähler und Mobilfunkdaten verbinden können, hätte man sehr schnell ein ziemlich genaues Profil über eine beliebige Person.